Das alte Lied, das alte Leiden,

Das jeden Menschen einst betrübt:

Ade, ade, jetzt muß ich scheiden

Von dir, die ich so sehr geliebt.

 

Wer kann es sagen, kann es wissen,

Ob er die Lieben wiedersieht;

Ein letzter Gruß, ein letztes Küssen,

Das alte Leid, das alte Lied.

 

Nun reich’ mir deine beiden Hände,

Den letzten Kuß, leb wohl, ade!

So laß mich los und mach’ ein Ende –

Wer weiß, ob ich dich wiederseh ...


Das Gedicht "Abschied" stammt von   (1866 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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