des Pfarrers von St. Lamberti zu Muenster

aus dem Jahre 1883

 

Herr, setze dem Überfluß Grenzen

und lasse die Grenzen überflüssig werden

 

Lasse die Leute kein falsches Geld machen

und auch das Geld keine falschen Leute

 

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort

und erinnere die Männer an ihr erstes.

 

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit

und der Wahrheit mehr Freunde.

 

Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,

die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.

 

Gib den Regierenden gute Deutsche

und den Deutschen eine gute Regierung.

 

Herr, sorge dafür, daß wir alle

in den Himmel kommen

- aber nicht sofort.


Das Gedicht "Neujahrsgebet" stammt von   (1818 - 1901).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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