Was frag′ ich nach Zeit und Stunde,
Wenn an deiner Brust ich lieg′ –
Wenn ich küsse von deinem Munde
Der Liebe süßseligen Sieg!
Wenn ich küsse die weißen Brüste,
Den knospenden, schwellenden Leib –
Was frag′ ich nach Zeit und Stunde
Bei solch′ holdem Zeitvertreib! . . .
Was frag′ ich nach Zeit und Stunde,
Rast′ ich auf Linnen, schneeweiß,
Bei dir und trink′ dir vom Munde
Der Liebe süßseligen Preis!
Da füllt′ mich ein großes Genügen,
Mein wildes Begehren versinkt . . .
Was frag′ ich nach Zeit und Stunde,
Wenn die Welt wie verschollen mich dünkt!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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