Verhaltenes Geigengeriesel

Zittert in mein Gemach

Ich horche auf ... und denke

Den stillen Tönen nach ...

 

Sie betasten meine Seele

Liebkosend, scheu und mild

Es kommt in werbender Schöne

Zu mir dein liebes Bild ...

 

Das ist eine alte Geschichte

Man sieht′s auf den ersten Blick:

Ein lyrischer Dichter wird immer

Das Opfer diskreter Musik ...

 

Sie flockt so krauses Getändel,

Sie plaudert entzückendes Zeug

Sie stöbert aus Seelengründen

Vergeßner Gefühle Gesträuch!

 

Auch mich hat sie ergriffen ...

Tiefinnerstes aufgewühlt

Wie sehr ich dich doch liebe:

Das habe ich da erst gefühlt!

 

Nun schweigen die stillen Töne,

Und alles hat sich erfüllt

Und in unendlicher Schöne

Schau′ ich dein liebes Bild ...


Das Gedicht "Erfüllung" stammt von   (1862 - 1890).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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