Original

God here sende te mûde
dat sî et meine te gûde,
want ich vele gerne behûde
dat ich here ît spreke leide
ende immer van here gescheide.
mich binden vaste dî eide,
minne ende trouwe dî beide:
des vorchte ich dî gûde alse dat kint dût dî rûde.

Übersetzung auf Hochdeutsch

Gott sende in ihren Sinn,
daß sie es gut auffasse,
denn ich verhüte es gern,
daß ich ihr irgend etwas zuleide sage
und immer von ihr scheiden müßte.
Mich binden fest meine Schwüre,
meine Liebe und Treue:
so fürchte ich die Edle wie das Kind die Rute.


Das Gedicht "God here sende te mûde" stammt von   (1149 - 1194).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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