Mein Jettchen, mein Herzchen, mein Liebes, mein

Täubchen, mein Leben, mein liebes süßes Leben,

mein Lebenslicht, mein Alles, mein Hab und Gut,

meine Schlösser, Äcker, Wiesen und Weinberge, o

Sonne meines Lebens, Sonne, Mond und Sterne, Him-

mel und Erde, meine Vergangenheit und Zukunft,

meine Braut, mein Mädchen, meine liebe Freundin,

mein Innerstes, mein Herzblut, meine Eingeweide,

mein Augenstern, o, Liebste, wie nenn ich Dich?

Mein Goldkind, meine Perle, mein Edelstein, meine

Krone, meine Königin und Kaiserin. Du lieber Lieb-

ling, meines Herzens, mein Höchstes und Teuerstes,

mein Alles und Jedes, mein Weib, meine Hochzeit,

die Taufe meiner Kinder, mein Trauerspiel, mein

Nachruhm. Ach Du bist mein zweites besseres Ich,

meine Tugenden, meine Verdienste, meine Hoffnung,

die Vergebung meiner Sünden, meine Zukunft und

Seligkeit, o, Himmelstöchterchen, mein Gotteskind,

meine Fürsprecherin und Fürbitterin, mein Schutzen-

gel, mein Cherubim und Seraph, wie lieb ich Dich! –

 

[Berlin, November 1811]


Das Gedicht "Für Adolfine Henriette Vogel" stammt von   (1777 - 1811).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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