zur Feier seines Einzugs in Berlin im Frühjahr 1809 (wenn sie stattgehabt hätte)

 

Was blickst du doch zu Boden schweigend nieder,

Durch ein Portal siegprangend eingeführt?

Du wendest dich, begrüßt vom Schall der Lieder,

Und deine schöne Brust, sie scheint gerührt.

Blick auf, o Herr! Du kehrst als Sieger wieder,

Wie hoch auch jener Cäsar triumphiert:

Ihm ist die Schar der Götter zugefallen,

Jedoch den Menschen hast du wohlgefallen.

 

Du hast ihn treu, den Kampf, als Held getragen,

Dem du, um nichtgen Ruhms, dich nicht geweiht!

Du hättest noch, in den Entscheidungstagen,

Der höchsten Friedensopfer keins gescheut.

Die schönste Tugend, laß michs kühn dir sagen,

Hat mit dem Glück des Krieges dich entzweit:

Du brauchtest Wahrheit weniger zu lieben,

Und Sieger wärst du auf dem Schlachtfeld blieben.

 

Laß denn zerknickt die Saat, von Waffenstürmen,

Die Hütten laß ein Raub der Flammen sein;

Du hast die Brust geboten, sie zu schirmen:

Dem Lethe wollen wir die Asche weihn.

Und müßt auch selbst noch, auf der Hauptstadt Türmen,

Der Kampf sich, für das heilge Recht, erneun:

Sie sind gebaut, o Herr, wie hell sie blinken,

Für bessre Güter, in den Staub zu sinken!


Das Gedicht "An den König von Preussen" stammt von   (1777 - 1811).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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