Als der Krieg im März 1809 auszubrechen zögerte

 

Schauerlich ins Rad des Weltgeschickes

Greifst du am Entscheidungstage ein,

Und dein Volk lauscht, angsterfüllten Blickes,

Welch ein Los ihm wird gefallen sein.

 

Aber leicht, o Herr, gleich deinem Leben

Wage du das heilge Vaterland!

Sein Panier wirf, wenn die Scharen beben,

In der Feinde dichtsten Lanzenstand.

 

Nicht der Sieg ists, den der Deutsche fodert,

Hülflos, wie er schon am Abgrund steht;

Wenn der Kampf nur, fackelgleich, entlodert,

Wert der Leiche, die zu Grabe geht.

 

Mag er dann in finstre Nacht auch sinken,

Von dem Gipfel, halb bereits erklimmt;

Herr! Die Träne wird noch Dank dir blinken,

Wenn dein Schwert dafür nur Rache nimmt.


Das Gedicht "An den Erzherzog Karl" stammt von   (1777 - 1811).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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