So recht geeignet ist für spitz verzwickte

Verschnörkelte Ideen die verzwackte

Sonettenform, und für modern befrackte

Gedanken eine wunderbar geschickte

 

Und wer von Weisheit nur ein Körnlein pickte

Und von Ideen nur ein Ideelein packte,

Der zwängt es gerne in die höchst vertrackte

Sonettenhaut, die viel und oft geflickte.

 

Die Freude dann, wenn das Glück ihm glückte

Und schwitzend er sein Nichts zusammen stückte,

Darob er manche Stunde mühsam hockte!

 

Doch hilft′s ihm nimmer, dass er drückt′ und druckte,

Weil gähnend ob dem künstlichen Produkte

Die Menschheit ruhig einschläft, die verstockte!


Das Gedicht "Sonett" stammt von   (1842 - 1906).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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