Dem Ingenieur ist nichts zu schwere:

Er lacht und spricht: Wenn dieses nicht, so geht doch das!

Er überbrückt die Flüsse und die Meere,

Die Berge unverfroren zu durchbohren ist ihm Spaß.

Er türmt die Bögen in die Luft,

Er wühlt als Maulwurf in der Gruft!

Kein Hindernis ist ihm zu groß -

Er geht drauf los! -

 

Er macht den Riesen sich zum Knechte,

Des wilder Mut, durch Feuersglut aus Wasserflut befreit,

Zum Segen wird dem menschlichen Geschlechte, -

Und ruhlos schafft mit Riesenkraft am Werk der neuen Zeit.

Er fängt den Blitz und schickt ihn fort

Mit schnellem Wort von Ort zu Ort,

Von Pol zu Pol am Eisenstrick

Im Augenblick!

 

Was heut sich regt mit hunderttausend Rädern

Und Schätze gräbt und Stoffe webt und hastet weit und breit,

Was sich bewegt mit Riemen und mit Federn

Und Lasten hebt, in Lüften schwebt und stampft und dampft und speit,

Was durch die Länder donnernd saust

Und durch die fernen Länder braust,

Das alles schafft und noch viel mehr

Der Ingenieur!

 

Die Ingenieure sollen leben!

In ihnen kreist der wahre Geist der allerneusten Zeit!

Dem Fortschritt ist ihr Herz ergeben,

Dem Frieden ist hienieden ihre Kraft und Zeit geweiht!

Der Arbeit Segen fort und fort,

Ihn breitet aus von Ort zu Ort,

Von Land zu Land, von Meer zu Meer -

Der Ingenieur.


Das Gedicht "Ingenieurlied" stammt von   (1842 - 1906).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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