Die reichen Leute, die gewinnt
man nur durch platte Schmeichelein -
das Geld ist platt, mein liebes Kind,
und will auch platt geschmeichelt sein.
Das Weihrauchfaß, das schwinge keck,
vor jedem göttlich goldenen Kalb;
bet an im Staub, bet an im Dreck,
vor allem aber lob nicht halb.
Das Brot ist teuer dieses Jahr,
jedoch die schönsten Wörter hat
man noch umsonst - besinge gar
Mäcenas′ Hund, und friß dich satt!
Das Gedicht "Lumpentum" stammt von Heinrich Heine (* 1797-12-13, † 1856-02-17).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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