Mein Knecht! steh auf und sattle schnell,

Und wirf dich auf dein Roß,

Und jage rasch durch Wald und Feld

Nach König Dunkans Schloß.

 

Dort schleich dich in den Stall, und wart,

Bis dich der Stallbub schaut.

Den forsch mir aus: Sprich, welche ist

Von Dunkans Töchtern Braut?

 

Und spricht der Bub: "Die Braune ist′s",

So bring mir schnell die Mär.

Doch spricht der Bub: "Die Blonde ist′s",

So eilt das nicht so sehr.

 

Dann geh zum Meister Seiler hin,

Und kauf mir einen Strick,

Und reite langsam, sprich kein Wort,

Und bring mir den zurück.


Das Gedicht "Die Botschaft" stammt von (* 1797-12-13, † 1856-02-17).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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