Du bist gestorben und weißt es nicht,

Erloschen ist dein Augenlicht,

Erblichen ist dein rotes Mündchen,

Und du bist tot, mein totes Kindchen.

 

In einer schaurigen Sommernacht

Hab ich dich selber zu Grabe gebracht;

Klaglieder die Nachtigallen sangen,

Die Sterne sind mit zur Leiche gegangen.

 

Der Zug, der zog den Wald vorbei,

Dort widerhallt die Litanei;

Die Tannen, in Trauermäntel vermummet,

Sie haben Totengebete gebrummet.

 

Am Weidensee vorüber gings,

Die Elfen tanzten inmitten des Rings;

Sie blieben plötzlich stehen und schienen

Uns anzuschaun mit Beileidsmienen.

 

Und als wir kamen zu deinem Grab,

Da stieg der Mond vom Himmel herab.

Er hielt eine Rede. Ein Schluchzen und Stöhnen,

Und in der Ferne die Glocken tönen.


Das Gedicht "Altes Lied" stammt von   (1797 - 1856).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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