XXXIV

 

(Der Kopf spricht:)

 

Ach, wenn ich nur der Schemel wär,

Worauf der Liebsten Füße ruhn!

Und stampfte sie mich noch so sehr,

Ich wollte doch nicht klagen tun.

 

(Das Herz spricht:)

 

Ach, wenn ich nur das Kißchen wär,

Wo sie die Nadeln steckt hinein!

Und stäche sie mich noch so sehr,

Ich wollte mich der Stiche freun.

 

(Das Lied spricht:)

 

Ach, wär ich nur das Stück Papier,

Das sie als Papillote braucht!

Ich wollte heimlich flüstern ihr

Ins Ohr, was in mir lebt und haucht.


Das Gedicht "Ach, wenn ich nur der Schemel wär" stammt von (* 1797-12-13, † 1856-02-17).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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