Wann nach des Tages Sorg und Frohne

Mich Abends nun entläßt die Pflicht,

Und ich der Chinarose nicht

Und nicht des Oleanders schone,

Die Hand zur stolzen Anemone

Bescheidenes Vergißmeinnicht,

Schasmin, Resed und Myrthe bricht,

Und der Begleiterin zur Krone

Sie unter Scherz und Liedern flicht;

In holder Anmut wie Dione

Lacht dann das Mädchen mir und spricht:

»Dir Altem gleich gibts wo ich wohne

Der Sänger und der Gärtner nicht.«

Und mit dem freundlichsten Gesicht

Reicht sie mir einen Kuss zum Lohne.

Warum sprach man in solchem Tone

Vor zwanzig Jahren mir noch nicht?


Das Gedicht "Zu später Lohn" stammt von   (1744 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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