Wohl aus dem Aug, wohl aus dem Sinn!
Das zeuget meine Nachbarin.
Ihr Medor, der sie ganz mit Seel und Leib beseßen,
Verreist auf vierzehn Tage nur.
Ein andrer kam - und Medor war vergeßen.
Doch plötzlich auf des Hauses Flur
Stand scheltend Medor: Ungetreue!
Hast dus nicht redlicher gemeint?
»Ach, rief sie, lieber guter Freund!
Du schiltst mit Recht! Tief fühl ichs und mit Reue!
Nur schilt geschwind und mache fort,
Denn unter uns, der andre wartet dort.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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