Grabt dem jungen Buchenhaine

Eure Schäferinnen ein;

Tief dem Herzen soll die meine,

Schäfer, eingegraben sein!

Voll der süßesten Gefühle

Schlägt mein Busen; doch der Mund

Mache bei dem Saitenspiele

Niemals ihren Namen kund.

 

Reizender ist das Vergnügen

In der tiefsten Einsamkeit.

Unsre Freuden sind verschwiegen,

Ohne Zeugen, ohne Neid.

Selbst den Schwur, den wir geschworen,

Flüsterten wir leis' am Bach:

Eifersucht hat tausend Ohren,

Schilf und Bäche plaudern nach.

 

Da wo ihre Heerde spielet,

Siehet man die meine nie;

Schüchtern und bedächtlich schielet

Mein verstohlner Blick auf sie.

Unverfärbt hör' ich sie nennen,

Sorglos steh ich, wenn sie singt,

Und ich scheine nicht zu kennen

Ihren Hund, der auf mich springt.

 

Schäfer lernt von feinen Seelen

Kalte Worte, kalten Blick!

Nicht die Seligkeit erzählen,

Sie verschweigen, das ist Glück.

Immer, o Geliebte, hülle

Unser Bündnis sich in Nacht!

Liebe sucht allein die Stille,

Wenn sie glücklich ist und macht.

 

Unbedachtsam überfließet

Nur ein Thor von seiner Lust;

Doch ein kluger Hirt verschließet

Selbst den Wunsch in tiefer Brust.

Rein und heiß sind meine Triebe;

Ewig, ewig bin ich dein,

Sage dir daß ich dich liebe,

Aber - sag' es dir allein.


Das Gedicht "Verschwiegenheit A." stammt von   (1744 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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