Der du immerdar die Fläche

Dieser Auen strömst entlang,

Mich, du lieblichster der Bäche!

Zieht auch stets derselbe Hang.

 

Deines Murmelns sanfte Klage

Uebertäubt nicht diesen Raum;

Leise bricht, was ich ertrage,

Aus gespresstem Herzen kaum.

 

Rein von den Gewäßern allen

Rinnet deine Silberflut,

Doch nicht reiner kann sie wallen

Als in mir der Liebe Glut.

 

Stürme, die das Meer empören,

Halten deinen Lauf nicht auf;

Keines Schicksals Wetter stören

Meiner Liebe treuen Lauf.

 

Wandelt Sie durch diese Wildnis,

So wirfst du ihr Bild zurück;

In dem Herzen stets Ihr Bildnis

Trag ich und in ihm mein Glück.

 

Sichern Boden bis zum Grunde

Schaut in dir man allerwärts.

Mir auch schwebt das Herz im Munde

Und sie blickt mir gern ins Herz.


Das Gedicht "An den Bach" stammt von   (1744 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte