(Zum 75. Geburtstag des Dichters)

 

Die Erde gab ihm ihre reinen Früchte

Aus freier Hand. Auf offner Flur

Gedieh er wetterhart und bot die Stirne

Den Stürmen und dem Frieden der Natur.

 

Bei Pflug und Sense blichen seine Haare,

Und unter ein bescheidnes Hüttendach

Trat er am Abend,

Wo er das Brot auf blankem Tische brach.

 

Wie ein Ermit im Walde, seine Krumen

Mit Tieren teilend, die ihn stets umgeben,

Und mit Verstorbenen im Bunde,

Verkündet er das seelenhafte Weben,

Das lichtvoll, über einem dunklen Grunde,

Verkettet Menschenlose, Tiere, Blumen.


Das Gedicht "Christian Wagner" stammt von   (1864 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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