So still wie man sich einen Spiegel denkt,

Stürzen Realitäten stumm vorbei...

 

Ich bin noch nicht bereit zum Buße tun;

Nicht zu angemessener Reue. Denn auch die Motte

Beugt sich nicht mehr als jene

Starr flehende Flamme. Und zuckend

In den weißen fallenden Flocken,

Sind Küsse––

Das einzig lohnende Gewährte.

 

Es will erlernt sein––

Dies Beharren und dies Brennen,

Doch nur von jenem, der sich

Wieder selbst verschwendet.

 

Doppelt und zweifach

(Nochmal diese rauchende Erinnerung,

Blutender Götze!) und dann noch einmal.

Bis die schiere Logik gewonnen ist,

Geflüsterlos, wie man sich einen

Spiegel denkt.

 

Dann wird, ätzender Tropfen für Tropfen, ein perfekter

Schrei konstante Harmonie erschaffen––

Unaufhaltsame Kapriole für jene,

Die, Legende ihrer Jugend, in den Mittag treten.


Das Gedicht "Legende" stammt von   (1899 - 1932).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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