Rosen brach ich nachts mir am dunklen Hage;

Süßer hauchten Duft sie als je am Tage,

Doch verstreuten reich die bewegten Äste,

Tau, der mich näßte.

 

Auch der Küsse Hauch mich wie nie berückte,

Den ich nachts vom Strauch deiner Lippen pflückte:

Doch auch dir, bewegt im Gemüt, gleich jenen,

Tauten die Tränen.


Das Gedicht "Sapphische Ode" stammt von   (1854 - 1923).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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