Ist wo ein Gast so unverschämt,
Vor der Herrschaft und anderen Gästen,
Daß er bei Tisch greift nach dem Besten,
Und sich der Schleckerbißlein fleißt,
Und dafür lahme Zoten reißt,
Dem höret man wohl zu und lacht,
Doch wird von jedem still gedacht:
O pfui! du unverschämte Sau!
Auch denkt im Hause Herr und Frau:
Der ist mit Unflat arg besessen,
Kann nichts als Saufen, nichts als Fressen,
Als wollt' es ihm entwischen immer;
Und lädt die Sau fortan dann nimmer.
Der Gäst gibts viel jenseits des Bachs
Und diesseits auch, so spricht Hans Sachs.
Das Gedicht "Ist wo ein Gast so unverschämt" stammt von Hans Sachs (1494 - 1576).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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