Wolken, die den Himmel näher bringen,

Grenzen setzend seinen Abgrundweiten,

Seinen flutenden Unendlichkeiten -

 

Ferne Wolken, aber endlich-ferne:

Freundlich macht ihr Sonne, Mond und Sterne

Zu Gesellen unfern Erdendingen;

 

Ja verherrlicht gebt ihr uns die Hohen,

Mögt ihr dunkel ihren Glanz umringen,

Mögen sie verklärend euch durchlohen!

 

Euch nur ist ein großer Mensch vergleichbar,

Dessen Geist wie eine freie Wolke

Schwebt im Äther überm Erdenvolke.

 

Daß dort unten trüber Streit sich schlichte,

Zeigt er sein Erleben mit dem Lichte,

Fern, und doch als Bruder noch erreichbar:

 

Wie die Strahlen feurig ihn durchdringen,

Wie sie dreifach hellern Glanz verbreiten

Eingesäumt von seinen Menschlichkeiten.


Das Gedicht "Wolken" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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