(nach stefan george)

 

die hölzer schwedens harren auf dem tische

beflimmert von dem blendeglanz der birnen

und säfte warten, schwül verführerische

zu röten feuchte längst erblaßte stirnen

 

die fahlen bärte formen sich bewußter

die augen tränen in verborgnen träumen

und durch das fenster zischelt der liguster

und heisern regens trübes gossenschäumen

 

wir schaun uns fragend in die leeren höhlen

und wissen nicht, was wir uns sagen sollen:

es netzt uns heilig mit gesparten ölen

ein weiheguß den wir nicht deuten wollen


Das Gedicht "Stammtisch der Vorgeschrittenen" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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