(nach stefan george)
die hölzer schwedens harren auf dem tische
beflimmert von dem blendeglanz der birnen
und säfte warten, schwül verführerische
zu röten feuchte längst erblaßte stirnen
die fahlen bärte formen sich bewußter
die augen tränen in verborgnen träumen
und durch das fenster zischelt der liguster
und heisern regens trübes gossenschäumen
wir schaun uns fragend in die leeren höhlen
und wissen nicht, was wir uns sagen sollen:
es netzt uns heilig mit gesparten ölen
ein weiheguß den wir nicht deuten wollen
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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