Der Nebel, der auf die Gassen
Sich senkt mit schleierndem Wallen,
Er will uns nicht irren lassen,
Er sagt nur die Wahrheit uns allen.
Er zeigt, wie allein wir wandern
Auf schrittweis erhellten Wegen,
Wie wenig wir wissen von Andern,
Die huschend im Dämmer sich regen:
Wie alle nur flüchtige Schemen,
Auftauchend und wieder verschwindend,
Bereit, sich vertraulich zu nehmen,
Doch nimmer im Klaren sich findend.
Nun hebt sich zu luftigem Fluge
Der Schleier von unserer Sphäre -
Und wieder sind wir im Truge
Des Wissens und der Verkehre.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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