Ein Klangpoet modernster Richtung,

Ein Heros der symphonischen Dichtung -

Ihr Journalisten, weint und schreibt -

Hat heute früh sich selbst entleibt:

Und in den Zügen bleich und jung

Lag äußerste Verzweifelung!

 

Welch eine Not hat über Nacht

Den Wackeren so weit gebracht?

War′s Nahrungssorge? Liebespein?

Gekränkter Künstlerstolz? Ach nein -

Es handelt sich um mehr, viel mehr!

Ein jeder hätte getan wie er:

Denn er hat sich ertappt auf der Infamie,

Zu schreiben eine - Melodie!

 

Was hatte man Hoffnungen auf den B. gesetzt -

′s ist aber nichts mit ihm, das zeigt sich jetzt!

 

Der Meister, bei dem er sich in der Komposition

Ausbilden wollte, jagte ihn heut′ davon

 

Als gänzlich talentlos, schlug ihm um die Ohren

Die Lieder, die er greulich mißgeboren!

 

Der Kerl ist nämlich so stupid geartet,

Daß er immer noch Töne bringt, die man erwartet!


Das Gedicht "Musikalisches" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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