O ihr dichtbelaubten Sommerbäume,
Was nur gibt euch euern großen Zauber?
Daß ihr wurzelt in der dunklen Erde,
Daß ihr aufragt in den hellen Himmel,
Daß ihr zwischen Erd' und Himmel haltet
Viele hundert grünkristallne Teller,
Die des Lichtes blendend strenges Strömen
Hoch im Blau empfangen, und behutsam
Teilend auf einander niedergießen,
Bis die Feuerflut gelinder leuchtet,
Aller Ahnung voll, doch freundlich nahe
Menschenaugen tränkt und Menschenherzen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte