In die Wiese streck' ich mich nieder,

Unterm Nacken die Hände kreuzend

Und nach der weißen, hochgetürmten

Wolke schauend, die langsam

Weiter rückt im Blau.

 

Und da mit einem Mal hab' ich es wieder

Urlebendig im tiefsten Gefühl,

Mahnend und ewigkeitsschwül:

Eine Minute sinnender Schau,

Da ich als Knabe dehnte die Glieder

Auf grünender Au,

Unterm Nacken die Hände kreuzend

Und nach der weißen, hochgetürmten

Wolke schauend, die langsam

Weiter rückt im Blau..

 

Hab' ich geträumt, oder lebt' ich ein Leben?

War es vor Zeiten? ist es jetzt eben?

Kaum mehr weiß ich es selber genau,

Nun ich, die Hände unter dem Nacken,

Wieder die weiße, hochgetürmte

Wolke schaue, die langsam

Weiter rückt im Blau.


Das Gedicht "Einheit" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte