(Zu einer Zeichnung von A. Weißgerber)

 

Große hohle Larven,

Grinsend oder greinend,

Sind so viele Helden

Heutzutag′:

Wer das ausgefunden,

Fragt sich sehr befremdet,

Was wohl hinter ihnen

Stecken mag?

 

Und in stillen Nächten,

Da gelingt es manchmal,

Zu belauschen diesen

Larvenchor -

Hinter jeder starren

Fratze schlüpft lebendig

Ein gar klein und feines

Weibchen vor!

 

Dieser Teufelstöchter

Scharfe weiße Zähnchen

Höhlten aus von innen

All die Pracht:

Bis nichts mehr geblieben

Von dem großen Helden

Als ein Butz, der trüb schaut

Oder lacht.


Das Gedicht "Die Larven" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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