Ich lasse von euch mich nicht niederziehen

Ins Chaos blutsaugender Sorgen und Schmerzen -

Ihr sollt mir nicht wirren die Harmonieen,

Und wärt ihr die nächsten an meinem Herzen!

 

Ich hab′ sie errungen in Ängsten und Qualen,

Dagegen die euern gelind und geringe:

Und als ich mich hob zu den silbernen Strahlen,

Da schüttelt′ ich Höllengeflamm von der Schwinge.

 

Ich lasse von euch mich nicht niederzwingen,

Und ob ihr mich zehnfach verkennt als Kalten -

Ich weiß, was heißt es, zur Höhe sich ringen,

Und heiter hier oben mich will ich erhalten!

 

Wie könnt′ ich euch helfen durch Niedersteigen?

Auch ihr müßt das Feindliche selbst überwinden:

Und soll ich euch nützen, so lasset mich zeigen

Durch all meine Ruhe, daß Ruh′ ist zu finden.


Das Gedicht "Den Unruhvollen" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte