In weiter Heide auf den Hügelwellen

vom Meer der Vorzeit dünend aufgeschlagen,

liegt einer der granitenen Gesellen,

die einst der Gletscher Strom ins Land getragen.

 

Und ob der Himmel ihn mit Schloßen schlägt,

die Sonne brennt, ein Schneewall ihn ummauert,

oder ein Waldbrand heulend ihn umfegt,

er liegt und ruht, schweigsam und stolz, und dauert.

 

Doch als ich gestern nächtlich vor ihm stand,

schien er mir in der Sterne fahlem Licht

verwandelt, dieser tote Klumpen Sand

in Gottes gramdurchrißnes Angesicht.


Das Gedicht "Der Findlingsblock" stammt von (* 1885-10-28, † 1916-12-05).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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