Der Schnellzug stürmt durchs Sommerland,
Und draußen in den Winden,
Da weht und winkt viel buntes Band,
Zu binden mich, zu binden!
Die Hütte dort in Heckenruh,
Die Sonne in den Scheiben,
Die Friedefülle ruft mir zu,
Zu bleiben doch, zu bleiben!
Und jetzt die Heide, blütenblau,
Durchkarrter Weg ins Weite;
Grad stapft die alte Botenfrau
Im Torfmull. Nimm′s Geleite!
Und jetzt das Feld, goldgelber Flachs,
Und fern ein Blitz von Sensen;
Und dort der Knirps sonnt wie ein Dachs
Sich faul bei seinen Gänsen.
O Junge, hast du′s gut! Ich wollt′,
Ich läg dort auf dem Bauche,
Indes der Zug vorüberrollt,
Und gaffte nach dem Rauche.
Das Gedicht "Im Schnellzug" stammt von Gustav Falke (1853 - 1916).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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