Die Kinder schlummern in den Kissen,

Weich, weichen Atems, nebenan,

Ein Traum vom heutigen Tag, und wissen

Nicht was mit diesem Tag verrann.

 

Wir aber fühlen jede Stunde,

Die uns mit leisem Flügel streift

Und wissen, daß im Dämmergrunde

Der Zeit uns schon die letzte reift.

 

Wir sitzen enggeschmiegt im Dunkeln.

So träumt sich′s gut. Und keines spricht.

Durchs Fenster fällt ein Sternenfunkeln,

Vom Ofen her ein Streifchen Licht.

 

Einmal, im Schlaf, lacht eines der Kleinen

Ganz leis. Was es wohl haben mag?

Springt es mit seinen kurzen Beinen

Noch einmal fröhlich durch den Tag?

 

Ein Mäuschen knabbert wo am Schragen,

Knisternd verkohlt ein letztes Scheit,

Die alte Uhr hebt an zu schlagen -

Da sprichst du leis: "Komm, es ist Zeit!"


Das Gedicht "Die Kinder schlummern" stammt von   (1853 - 1916).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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