Wenn zum andernmal ein Baum

Spät im Sommer lächelnd blüht:

Werfet ihr den Stein auf ihn,

Weil er nicht in Früchten glüht?

 

Dünkt euch nicht der duft′ge Glanz

Lieblicher als Fleisch und Saft,

Rührt euch die Vergeudung nicht

Hoffnungsloser Lenzeskraft?

 

Nun dann scheltet nicht ein Herz,

Dessen Herbst noch Blüten treibt,

Keinen, der im Spätling noch,

Fruchtvergessen, Lieder schreibt.


Das Gedicht "Dichterbitte" stammt von   (1792 - 1850).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte