Ein Kater sah bey einem Schmauß
Die goldgefüllten Römer blinken;
Er sah die Gäste wacker trinken
Und rief in vollem Eifer aus:

O Himmel, welch ein toller Haufen!
Wie schändlich ist es Wein zu saufen,
Uns Katzen ekelt vor dem Wein.
Nur bey den Menschen giebt es Prasser;
Wir löschen unsern Durst mit Wasser,
O lernt von Katzen weise seyn!

Herr Murner, nur nicht so vermessen,
Rief ihm ein Gast mit Lachen zu:
Ich bin so tugendhaft als du,
Denn ich kann keine Mäuse fressen.

Freund, der aus Wahl die Tugend liebt,
Ist der wohl tugendhaft zu nennen,
Der sich den Lastern nicht ergiebt,
Die seiner Lust nicht schmeicheln können?


Das Gedicht "Der Kater" stammt von   (1736 - 1809).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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