Schon hat die Nacht den Silberschrein

Des Himmels aufgetan;

Nun spült der See den Widerschein

Zu dir, zu dir hinan!

 

Und in dem Glanze schaukelt sich

Ein leichter dunkler Kahn;

Der aber trägt und schaukelt mich

Zu dir, zu dir hinan!

 

Ich höre schon den Brunnen gehn

Dem Pförtlein nebenan,

Und dieses hat ein gütig Wehn

Von Osten aufgetan.

 

Das Sternlein schießt, vom Baume fällt

Das Blust in meinen Kahn;

Nach Liebe dürstet alle Welt,

Nun, Schifflein, leg′ dich an!


Das Gedicht "Schifferliedchen" stammt von   (1819 - 1890).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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