»Wo ist ein Volk, so frei von allen Plagen,

Die andrer Völker traurig Erbteil sind,

Ein glücklicher nutzniessrisch Heldenkind,

Als unser Schweizervölklein zu erfragen?

 

Und doch, wie fiebernd seine Pulse schlagen!

Für seiner Freiheit Überfülle blind,

Hascht übermütig es nach leerem Wind,

Wann enden seine undankbaren Klagen?«

 

So sprechen jene flink gelenken Motten,

Die so gemütlich in dem Rauchwerk nisten,

Dem warmen, köstlichen, und es zernagen.

 

»Nur eben euch gilt es noch auszurotten

(So sprechen wir, die radikalen Christen),

Mit lindem Klopfen aus dem Pelz zu jagen!«


Das Gedicht "Auf die Motten" stammt von   (1819 - 1890).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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