Bleib noch länger goldnes Dämmern -
Wie wird der Tag schon matt und blauer -
Verstummt ist Lärm und Werkstatthämmern.
Die Nacht liegt auf der Lauer -
Der Schlüssel schließt die Häusertore.
Nun Wandrer meide die dunkle Mauer -
Das Licht ist aus - es klingt im Ohre -
Liegen Strolche auf der Lauer? -
Hinauf die knarrenden Windeltritte.
Die Gasse wäscht ein Regenschauer.
Bald nahen im Schlafe weiche Schritte:
Der Traum liegt auf der Lauer -
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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