Den fremden Ackerländern abgewandt,
Dem Dorf ein mürrisch »Gute Nacht« hinsagend:
Lenkst du zurück zur Stadt.
Es hinkt und stolpert dein beschwerter Schritt.
Horch hoch:
Die Telegraphendrähte brummen, summen mit!
Ein Licht blüht auf im Straßenkot,
Ein zweites, ein drittes im Dämmerrot;
Und plötzlich:
Lichterkreisend, lichterdunstig loht
Gehäufter Himmel über Mauern schwer!
Die Luft durchschüttert Atemstoß-Geschnauf;
Dich fassend schwillt herauf:
Der große Qualm- und Räderton!

Nun hat die Stadt dich angerührt,
Du hast der pauselosen Pulse Hieb gespürt,
Und alle Wucht, die dort bezwungen noch gewittert,
Macht, daß dein Blut in neuem Rhythmus zittert!
Es klopft an deines Leibes Wandung
Die monotone Brandung:
Dampf
der von Flüssen zehrt,
Dampf
der die Kraft vermehrt,
Kraft
die um Achsen saust,
Kraft
die den Rhythmus braust,
Von befahrnen Doppelschienen hallt,
Und mit muskelwilder Taktgewalt
Glut in deine Glut verschweißt,
Dich ins übervolle Leben reißt. –

Du kamst aus Einsamkeit –
Hier ist Gemeinsamkeit!
Hier rast die Stundenzeit
Durch aller Menschen Werk-Verbundenheit.
Tritt ein!


Das Gedicht "Heimkehr" stammt von   (1890 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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