Er saß im Urgebraus am Chaosmeer

Zur Nacht, zur Nacht,

Sein Auge war von allen Dingen schwer:

Voll Zeugungsnacht –

Da warf er seinen Becher in die Flut,

Die Flut war schwarz und tief und tief,

Er hob ihn wieder: voll von rotem Blut

Und trank und warf ihn wieder tief –

Er trank sich voll und übervoll

Bis ihm die Seele überschwoll:

Da strömte wild aus seiner Kehle

Ein Flutgesang:

Von Erd- und Leibespracht,

Von Mensch- und Welten-Zeugungsnacht,

Vom Hirn und von der großen Liebesseele –

 

Dann kam die allertiefste Nacht

Und schwer der All-Schlaf.


Das Gedicht "Der Töneschichter" stammt von   (1890 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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