Du Weib bist Schale nur und Spiegel
Der Taten, die mein Hirn erzeugt,
Denn nur durch meines Kopfes Tiegel
Das All nach Immer-Formung keucht.
Ich bin der Mann, ich bin der Wille,
Und du bist Weib und bist die Stille –
Du bist die Ader, bist die Stirn,
Doch ich bin Blut und heißes Hirn,
Ich bin der Keim in deinem Schoß:
Ich sprenge ihn ganz mitleidlos.
Doch:
Bin ich auch Schrei und du nur Kehle,
Bin ich Orkan und du nur Ruh:
So bist du Leib doch meiner Seele:
Und Mensch bin ich und Mensch bist du!
Und nur als Eins sind wir Vollendung:
So wächst in unserm Einen Schoß
Mein Schöpferdrang in Taten groß:
Und du bist Werk und Alles-Endung.
Das Gedicht "Der Mann spricht" stammt von Gerrit Engelke (1890 - 1918).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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