Das Weltrad saust,

Ich sause mit!

Es schüttert, schleudert, rast, braust

Pfeifendschrill –

Ich schleudere, rase, brause mit

Weil ich will! weil ich will!

 

Ich geh täglich meine mühsamen Schritte,

Doch – zu wirbelndem Fluge

Im Zeit-Zuge

Reißt mich des Weltrades Kraftmitte

Vorwärts!

 

Das Weltradsausen singt,

Der unaufhörlich große Ton bezwingt

Mich in den Rasekreis:

Das ist mein Schicksalsbeschluß,

Das ist alles, was ich weiß:

Daß ich mitsausen,

Daß ich mitbrausen

Muß!


Das Gedicht "Das Weltrad" stammt von   (1890 - 1918).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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