Gib, Jesu, daß ich dich genieß
In allen deinen Gaben,
Bleib du mir einzig ewig süß,
Du kannst den Geist nur laben;
Mein Hunger geht in dich hinein,
Mach du dich innig mir gemein,
O Jesu, mein Vergnügen!
O Lebenswort, o Seelenspeis,
Mir Kraft und Leben schenke,
O Brunnquell reiner Liebe, fleuß,
Mein schmachtend Herze tränke,
So leb und freu ich mich in dir!
Ach, hab auch deine Lust in mir
Bis in die Ewigkeiten!
Das Gedicht "Herzensseufzer bei dem Genuß der Kreaturen" stammt von Gerhard Tersteegen (1697 - 1769).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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