1.

So werden wir nicht mehr schweifen

Umher in der späten Nacht,

Wenn das Herz auch noch verliebt ist

Und der Mond noch immer lacht.

 

Denn das Schwert verschleißt seine Scheide

Und die Seele verschleißt die Brust,

Und das Herz muß ruhn um zu atmen

Und Liebe rasten von Lust.

 

Ist die Nacht auch gemacht für die Liebe

Und der Tag folgt zu schnell der Nacht,

So werden wir doch nicht mehr schweifen,

Wenn der Mond vom Himmel lacht.

2.

Also, schwärmen soll ich nimmer,

Schwärmen in die späte Nacht.

Wenn das Herz auch liebt wie immer,

Und der Mond noch freundlich lacht.

 

Denn das Schwert zerstört die Scheide,

Und das Herz verzehrt die Brust,

Und der Ruh` bedürfen beide,

Unsre Lieb` und unsre Lust.

 

Liebe liebt den Sternenschimmer,

Und zu schnell entflieht die Nacht,

Aber schwärmen werd` ich nimmer,

Wann der Mond am Himmel wacht.

Original Titel auf Englisch: So we'll go no more a-roving.


Das Gedicht "So werden wir nicht mehr schweifen " stammt von   (1788 - 1824).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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