In mir ist Nacht, - o schnell Besaite
die Harfe, die den Gram bezwingt;
Erweckt von leisen Fingern gleite
der Schall, der süss und schmelzend klingt.

Wenn noch dies Herz nach Hoffnung ringt,
dein Zauberton lässtn sie erblühn;
Wenn Träume noch im Aug entspringt,
sie fliesst, anstatt im Hirn zu glühn.

Wild sei und tief der Töne Fluss,
kein Lied, von Glück und Lust verklärt:
Ich sag dir, dass ich weinen muss,
sonst springt dies Herz von Qual verzehrt;

Denn sieh, es ward von Gram genährt,
schlaflos und schweigend kämpft es lang;
und nun, wo es das schlimmst erfährt,
bricht's - oder heilet durch Gesang.


Das Gedicht "In mir ist Nacht" stammt von   (1788 - 1824).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte