Zu Amsterdam bin ich geboren,

Meine Mutter war ein Mädchen ums Geld.

Mein Vater hat ihr die Ehe geschworen,

War aber weit gefehlt.

 

In einer dunklen Gasse,

Sah ich zum erstenmal das Sonnenlicht.

Ich wollte es mit meinen Händen fassen,

Und konnt′ es aber nicht.

 

Ein junger Mann kam eines Tages

Und küßte mich und rief mich seinen Schatz.

Sie legten bald ihn in den Schragen,

Ein anderer nahm seinen Platz.

 

Wir sind im Frühling durch den Wald gegangen

Und sahen Hirsch und Reh.

Die Bäume blühten und die Vögel sangen,

Vierblättrig stand der Klee.

 

Ein jeder hat mir Treu in Ewigkeit geschworen,

War aber weit gefehlt.

Zu Amsterdam hab′ ich mein′ Ehr′ verloren,

Ich bin ein Mädchen ums Geld.


Das Gedicht "Zu Amsterdam" stammt von   (1887 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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