Ein Rot, das traumhaft dich erschüttert -

Durch deine Hände scheint die Sonne.

Du fühlst dein Herz verrückt vor Wonne

Sich still zu einer Tat bereiten.

 

In Mittag strömen gelbe Felder.

Kaum hörst du noch der Grillen Singen,

Der Mäher hartes Sensenschwingen.

Einfältig schweigen goldene Wälder.

 

Im grünen Tempel glüht Verwesung.

Die Fische stehen still. Gottes Odem

Weckt sacht ein Saitenspiel im Brodem.

Aussätzigen winkt die Flut Genesung.

 

Geist Dädals schwebt in blauen Schatten,

Ein Duft von Milch in Haselzweigen.

Man hört noch lang den Lehrer geigen,

Im leeren Hof den Schrei der Ratten.

 

Im Krug an scheußlichen Tapeten

Blühn kühlere Violenfarben.

Im Hader dunkle Stimmen starben,

Narziß im Endakkord von Flöten.


Das Gedicht "Kleines Konzert" stammt von   (1887 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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