Das prächtigste Kriegs-schiff / dem je das Meer war kund /

Hat keinen Mast so hoch / als hoch ist mein begehren;

Kein Ancker halb so starck vnd beissend in den grund

Als meine Lieb und Trew / die vnauffhörlich wehren.

 

So knüpfet auch kein Sayl noch Leyn ein solchen bund /

Als die zart krause haar / die meinen gaist beschweren;

Kein Wind bließ jemahl auff die seegel stoltz vnd rund /

Als mich die süsse lüfft des rohten munds bethören.

 

Kein Schifman hat jemahls in einer schwartzen nacht

Ein halb so klares liecht oder gestirn erblicket

Als hell seind die augstern / mein trost und Amors pracht.

 

So hat auch noch kein Schiff / nach langer fahrt beglicket /

Ein Kleinoth so vil wehrt zu vns von Ost gebracht /

Als dises Kleinoth ist / das alle welt erquicket.


Das Gedicht "Sie ist der gröseste Reichthumb" stammt von   (1584 - 1653).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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