Ein rundum.
Ihr wisset was für schwere klagen,
für große schmerzen, sorg und plagen
mich eure schönheit zart und rein
und eurer braunen augen schein
schon lange zeit hat machen tragen.
Was solt ich euch dan weiters sagen,
weil uns die lieb zugleich geschlagen,
dan das uns jetzt kan füglich sein,
ihr wisset was.
Derhalben länger nicht zu zagen,
so wollet mir nu nicht versagen
vil tausend küß für tausend pein;
und weil wir beed jetzund allein,
so lasset uns auch vollends wagen
ihr wisset was.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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