Amor, der allsigreiche got,
von hochmut einmal überwunden,
den göttern rühmet sich zu spot,
daß ihm allein sie all verbunden.
Sie endlich, und billich, zumal
ab dises kinds frechheit verdrossen,
ihn haben aus des himmels saal
verjaget und ganz ausgeschlossen.
Darauf er, folgend stracks dem glanz,
in meiner Myrten augen kommen,
da er aus so bequemer schanz
ihm, sich zu rächen, fürgenommen.
Doch dises orts holdseligkeit
hat ihn alsbald so sehr besessen,
daß er bald der rachgirigkeit
und aller götter gar vergessen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte